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14.06.2010 | Kiel, GER
Abschlussbericht Europameisterschaft
Nun liegt die Europameisterschaft dieses Jahres schon einige Tage hinter mir. Auch in diesem Jahr konnte ich mein selbstgestecktes Ziel nicht erreichen.
Aufgrund einer kleinen Unaufmerksamkeit am ersten Trainingstag, konnte ich keinen weiteren Tag auf dem Wasser, vor dem Beginn der Euro, verbringen. Dies war und ist ganz sicher nicht der Grund für mein Abschneiden. Er herrschten zumeist Nordöstliche Winde mit im Schnitt 10kn und keinerlei Stromeinfluss. Wir segelten genau in der Bucht vor dem Hafen, sodass diese Windrichtung immer ablandige Winde bedeutete. Auch unsere erste Bahnmarke befand sich in Ufernähe, was wahrscheinlich die Charakteristik der großen Druckunterscheide verstärkte. Ein weiteres markantes Merkmal dieses Reviers waren die lang anhaltenden Winddreher, die teilweise sogar eine ganze Kreuz durchhalten konnten. Vor allem die letzt genannten Punkte konnte ich im Laufe der Woche nicht wirklich durchschauen. Mir fehlte der Überblick in entscheidenden Situationen nach dem Start. Und jeder kennt das sicher, dass wenn man sich selber nicht sicher ist, was als nächstes passiert, dann tritt genau das ein, was man am wenigsten vermutet hat. Dazu kam noch, dass eine ziemlich fiese kleine steile Kappelwelle stand, die je weiter man sich vom Land entfernte länger wurde, sodass ich das Gefühl hatte, dass es auf dem Outerloop auf andere technische Ausführungen ankam. Ich haderte eigentlich die ganze Woche mit meinem Kreuzspeed, außer an einem Tag, dem Tag mit 20kn. An diesem habe ich gemerkt, dass ich voll mitfahren kann bei solchen Bedingungen, was mich sehr gefreut hat, denn es ist noch gar nicht so lange her, dass ich bei viel Wind hinterher gefahren bin. An den restlichen Tagen störte ich mich sehr an der kleinen Welle und war dann oft sicher zu verkrampft, vor allem in der Arbeit mit dem Ruder. So kam es oft, dass ich nach guten Starts in Positionen gerutscht bin, die es mir erschwerten meinen eh schon "unischeren" Plan durchzusetzen. So landete ich entweder in der Mitte oder auf der falschen Seite.
Aber es gab auch positive Dinge ;) Im Laufe der Saison waren die Starts ein großes Problem, die verhinderten bessere Platzierungen zu fahren. Die letzten Wochen haben wir im Training viel am Timing gearbeitet, sodass ich bei der Euro nur 2 schlechte Starts gefahren bin. Jetzt kann man sicher sagen, dass auch ein BFD (Black Flag Disqualification) dabei war, aber ich bin ehrlich, bei diesem Wettkampf lieber ein BFD, als ein schlechter Start. Dieser Punkt war mir sehr wichtig, da ich viel Zeit und Mühe investiert habe. Ein anderer Punkt war die Aufarbeitung der Rennen auf dem Wasser und das abharken von Situationen. Mir ist es gut gelungen viele Situationen als einzelne zu sehen, auch wenn mir das noch nicht bei allen Dingen gelingt, kann ich sagen, dass ich wesentlich offener für die nächsten Rennen war, als es in der Vergangenheit der Fall gewesen wäre.
Mit genau diesem Punkt will ich den Bericht auch hier beenden. Ich weiß, dass ich vorne mit rein fahren kann, aber es bei der Europameisterschaft jetzt in Tallinn einfach nicht gepasst hat, es herrschten schwierige Windbedingungen, auf die ich mich nicht einstellen konnte. Aber dennoch ist die getane Arbeit nicht umsonst gewesen und ich kann schon in einer Woche wieder zeigen, dass ich gut trainiert habe. Also abharken und nach vorne schauen ;)
Viele Grüße
Anke