11.10.2010 | Kiel, GER

    Spannend bis zum Schluss

    Eine Woche ist nun vergangen nach unserer diesjährigen Deutschen Meisterschaft in Hamburg. Und ich habe mein Ziel der TOP3 erreicht.

    Der erste Tag lief bei mir leider nicht ganz so, wie ich es erhofft hatte. Ich stolperte viel im Boot umher und war noch zu sehr auf See segeln eingestellt. So waren meine Entscheidungen oft einen Ticken zu spät. Aber schon nach dem ersten Tag wusste ich, wo ich ansetzen musste, um mein Ziel noch zu erreichen. Der zweite Tag lief dann schon besser und ich konnte viele Punkte aufholen. Mit den Plätzen 3,2,3,3,2 war mir leider kein Tagessieg gegönnt, aber dennoch kam ich zufrieden vom Wasser. Am letzten "Gruppentag" schaffte ich dann endlich einen Tagessieg, den ich auch gleich in der zweiten Wettfahrt wiederholen konnte. Nun war ich auch auf der Alster angekommen und fühlte mich wohl beim Segeln.

    Als ich nach diesem Tag auf die Ergebnisliste schaute, sah ich das ich 11Punkte zu Lisa und 10 zu Franzi hatte und Constanze auf Platz4 lag aber auch nur 4Punkte hinter mir, sodass dort für alle noch alles möglich war. Als ich am Sonntagmorgen Laufen ging, versuchte ich einen freien Kopf zu bekommen und einfach ein gutes Rennen nochmal zu zeigen. Um 1130Uhr war es dann soweit, wir hatten unser Medalrace. Das Einsegeln verlief wie die letzten Tage, genauso wie das Ergebnis. Mann musste alle Dreher mitnehmen und schauen wo der Druck war. Soweit so gut.

    Mein Start war eher mittelmäßig und das ganze Feld, der 10 Besten, fuhr geschlossen auf die linke Kreuzseite. Ich entschied mich dann einen kleinen Dreher in Richtung Mitte mitzunehmen, wobei ich bei etlichen Booten hinten rum fuhr, aber ich dachte mir:" Zieh dein eigenes Ding durch und fahr deinen Stiefel." An der ersten Marke zeigte sich dann, dass sich genau das ausgezahlt hat. Schon mit etwas Abstand konnte ich als 1. die Marke runden. Und zu meinem Erstaunen waren Lisa und Franzi am Ende des Feldes zu finden, was mir ja in die Karten spielte. Auch Constanze hatte schon einige Meter Rückstand, sodass ich etwas gelassener werden konnte. Den Rest des Rennens versuchte ich kontrolliert zu segeln und zu verteidigen, denn mehr als einen Sieg kann ich nicht fahren, den Rest, müssen die anderen dann erledigen. Im Ziel angekommen war ich stolz auf meine Leistung, aber gleichzeitig ging der bange Blick zurück ins Feld, wann Lisa und Franzi die Ziellinie kreuzen würden. Franzi kam auf Platz4 ins Ziel, 2 Plätze vor Lisa, dies bedeutete für mich, keine Verbesserung. Franzi wurde Deutsche Meisterin mit 37 Pkt., Lisa folgte mit 40Pkt. und dann ich mit 41 Pkt.

    Als ich dann an Land kam, kam die Enttäuschung, dass es so knapp war und ich den Kürzeren gezogen hatte. Was wäre, wenn die Meisterschaft einen Tag länger gegangen wäre?? Hätte wäre wenn?

    Ich kann sehr zufrieden sein, mit meiner gezeigten Leistung, vor allem die letzten Tage zeigten, dass es jeder verdient hatte. Aber gut es kann nur einen geben und dieses Jahr war Franzi an der Reihe. Bei den Jungs gewann Buhli knapp vor Simon, ebenfalls in einem Herzschlagfinale, und unser Malti ging endlich mit einer Medaille nach Hause auf Platz3.

    Nun geht das Training wieder los und ich freu mich sehr darauf, denn jetzt folgen noch die letzten Prüfungen in der Uni und dann werde ich mich mehr aufs Segeln konzentrieren und die Uni etwas runterfahren.

    Viele Grüße


    Foto: Peter Kähl (NRV)