01.05.2010 | Kiel, GER

    Wann kommt der Durchbruch?

    Am Samstagabend erreichte ich das Ortseingangsschild KIEL mit Auto. Hinter mir liegen 5 Tage Segeln, mit viel Warten und nervenaufreibenden Rennen.

    Nach den Vorläufen war klar, dass wir nur an einem Tag die Finalrennen austragen werden können. So segelten wir am Donnerstag bei fairen und guten Bedingungen 3 Rennen, bei denen ich einen guten Abschluss mit Platz3 finden konnte. An diesem Tag herrschten die konstantesten Winde sowohl in Richtung als auch in Stärke. Im ersten Finalrennen bekam ich 20sek. Vor dem Start eine Gelbe Flagge (Bestrafung durch die Jury wegen unerlaubten Vortrieb), was mir natürlich den Beginn des Rennens verbaute. Ich persönlich kann die Entscheidung der Jury nicht nachempfinden und leider können wir im nach hinein nicht nachvollziehen, was dort war, weil die Filmaufnahmen nichts geworden sind. Denn noch konnte ich schnell meinen eigenen Rhythmus finden und wieder Anschluss zum Feld herstellen, aber leider nicht mehr. Das 2. Rennen des Tages war ein solides Rennen, wo alles ok war, aber nicht super. Ein gutes Beispiel war die zweite Kreuz, ich konnte mich für keine Seite entscheiden, so fuhr ein Teil auf der einen Seite vorbei und ich holte ein paar auf der anderen Seite. Der Fehler war hier, keine klaren Entscheidungen zu treffen. Im letzten Rennen lief eigentlich auch nicht alles optimal. Ich verschätzte mich am Start im PIN END (linke Startseite) und musste hinter allen rum fahren, fand aber schnell eine freie Bahn, die mir erlaubte mein Rennen aufzubauen. PLATZ12 MARKE 1.

    Schon in der Vorrunde konnte ich viele Meter auf den Vorwinden machen, so auch in dem Rennen. Nach dem Vorwind fand ich mich auf Platz 8 wieder. Auf der zweiten Kreuz versuchte ich, kein großes Risiko einzugehen und immer beim Feld zu bleiben, was mir auch gut gelang und ich meinen Platz halten konnte. Nach der Tonnenrundung fuhr ich allein auf die rechte Vorwindseite, was mich zuerst ein wenig verunsicherte und so ich so ein wenig in die Mitte abbog. Aber dann kam mir so der Gedanke, dass ich wohl eher verlieren werde, wenn ich in der Mitte bleibe. Ich dachte mir, vertrau auf dein Gefühl. So fuhr ich wieder überhalsig auf die rechte Vorwindseite. Ich fand einen guten Winkel, den ich dann auch nach einer Halse auf dem anderen Bug fortsetzen konnte. Und da war ich auf einmal 3!! Meine erste TOP3 Platzierung bei einem Weltcup und das auch noch in den Finalrennen.

    Als ich dann am Ende des Tages auf die Liste schaute, war ich ein wenig enttäuscht, denn sie zeigte mich ?nur? auf Platz 26. Aber eigentlich kann ich schon zufrieden sein, mit dem was ich in Hyeres aufs Wasser gebracht habe, vor allem nach Palma. Ich konnte aber auch hier nicht an meinem Knackpunkt, den Starts, Fortschritte verzeichnen, sodass das weiterhin im Fokus stehen wird. Ich freu mich, dass ich zum Abschluss der Regatta noch einmal zeigen konnte, dass ich vorne mitmischen kann und somit ich auch für mich gesehen habe, dass ich nur weiter arbeiten muss und noch ein wenig Geduld haben muss. Als nächste steht der Kieler Pfingstbusch auf meinem Regattaplan. Bis dahin werden wir im Training weiter an den Start arbeiten, sodass dann beim Pfingstbusch ich das nächste Mal meine Starts auf eine Probe stellen kann.

    Danke für das Daumen Drücken!
    Liebe Grüße Anke

    Plätze der Anderen:
    Franzi Platz 16,
    Martje Platz 52